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Selbstwertgefühl

  • lleytonvonallmen
  • 9. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit



Hallo zusammen,

ich hoffe, dass es euch euren Umständen entsprechend gut geht.


Im heutigen Blog möchte ich über das Thema Selbstwert sprechen. Der Selbstwert beschreibt die innere Einschätzung, die eine Person von ihrem eigenen Wert und ihrer Bedeutung hat. Es geht darum, wie jemand sich selbst wahrnimmt und wertschätzt – unabhängig von äußeren Meinungen.


Einflussfaktoren


Der Selbstwert wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst, darunter:


  • Erziehung und Kindheitserfahrungen: Früh erlernte Muster und Botschaften prägen das Selbstbild nachhaltig.

  • Soziale Beziehungen und Umfeld: Die Qualität unserer zwischenmenschlichen Kontakte hat einen erheblichen Einfluss darauf, wie wir uns selbst wahrnehmen.

  • Persönliche Erfolge und Misserfolge: Erfolgserlebnisse stärken das Selbstwertgefühl, während Rückschläge es herausfordern können.

  • Eigene Gedanken und Überzeugungen: Unser innerer Dialog kann aufbauend oder zerstörerisch sein.


Meine persönliche Erfahrung mit Selbstwert


Aktuell empfinde ich meinen Selbstwert als ziemlich niedrig. Ein großer Grund dafür ist, dass ich mich fast ausschließlich mit Negativität beschäftige. Ich denke von morgens bis abends über meine Ängste nach und darüber, wann es mir wieder schlecht gehen könnte. Auch mein Umfeld trägt nicht zur Förderung meines Wohlbefindens bei. In der Psychiatrie werde ich ständig daran erinnert, dass es mir eigentlich schlecht geht, was das Gefühl verstärkt.

Ich habe das Vertrauen in meinen Körper und in mich selbst verloren. Diese Entwicklung zieht sich schon seit langer Zeit, da ich viele unangenehme Erlebnisse hatte, die mein Körper gespeichert hat. Er reagiert nun mit Angst, diese Erfahrungen könnten sich wiederholen. Vor meinem Klinikaufenthalt habe ich wenig dafür getan, um diese Spirale zu durchbrechen – ich habe mich isoliert und viel gekifft. Wie es so schön heißt: „Je länger du auf der falschen Strecke fährst, desto länger dauert der Rückweg.“


Herausforderungen im Alltag


Momentan traue ich mir wenig zu. Aktivitäten wie Freunde treffen, Essen gehen oder andere Freizeitgestaltungen sind für mich mit enormem Stress und Unwohlsein verbunden. Ich wache oft mit einem hohen Puls auf und beginne den Tag mit Anspannung. Da mein Körper meist im Sympathikus-Zustand ist, habe ich wenig Appetit, schwitze viel und habe Herzrasen. Auch in der Nacht komme ich zu keiner völligen Erholung, da meine Schlafphase durch ständiges erwachen gestört wird.


Ablenkung als Hilfe


Wenn man nur im Bett liegt und sich auf sein Pech konzentriert, wird sich nichts ändern. Es braucht Durchhaltevermögen, um jeden Tag aufs Neue aufzustehen und den Alltag zu bewältigen. Mein volles Programm in der Psychiatrie hilft mir dabei, Ablenkung zu finden.

Besonders körperliche Aktivitäten wie Yoga, Pilates oder Bewegungstherapie sind hilfreich. Sie lenken den Fokus auf den Körper und die Anstrengung, sodass weniger Raum für negative Gedanken bleibt.


Willenskraft und Unterstützung


Psychische Erkrankungen – sei es Depression, Psychose, posttraumatische Belastungsstörung oder Magersucht – erfordern Willenskraft und Motivation, um sich daraus zu befreien. Wenn es alleine nicht möglich ist, können Medikamente eine unterstützende Rolle spielen. Sie schaffen eine Grundlage, auf der man weiterarbeiten kann.


Meine Erfahrungen mit Medikamenten


Falls ihr darüber nachdenkt, Medikamente zu nehmen oder bereits in medikamentöser Behandlung seid, möchte ich hier meine persönlichen Erfahrungen teilen:


  • Escitalopram: Hilft gut gegen Angststörungen und wirkt depressionslindernd. Allerdings treten bei fast jedem Mann sexuelle Funktionsstörungen auf.

  • Sertralin: Wirkt stimmungsaufhellend, allerdings mit Nebenwirkungen wie Übelkeit und Schwindel.

  • Wellbutrin: Hat bei mir keine spürbare Wirkung gezeigt – weder positiv noch negativ.

  • Quetiapin: Sehr empfehlenswert bei akuter Nervosität oder Schlafproblemen. In höheren Dosierungen wird es jedoch vor allem bei Patienten mit Schizophrenie eingesetzt.


Abschließend möchte ich sagen, dass der Weg zu einem gesunden Selbstwertgefühl zwar herausfordernd ist, aber mit Geduld, Unterstützung und der Bereitschaft zur Veränderung erreicht werden kann – ein Schritt nach dem anderen.


In diesem Sinne: Namaste. 😊

Lleyton









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